Tsegaye Mekonnen und Jessica Augusto gewinnen in Hamburg, Mona Stockhecke verpasst Zeitziel

By 23. April 2017Allgemein

Tsegaye Mekonnen und Jessica Augusto haben den Haspa Marathon Hamburg gewonnen. In einem sehr spannenden Männerrennen siegte am Ende der Äthiopier Mekonnen knapp vor dem Marathon-Olympiasieger von 2012, Stephen Kiprotich (Uganda). Mekonnen war nach 2:07:26 Stunden im Ziel, Kiprotich lief 2:07:31 bei schwierigen Wetterbedingungen mit Wind, Regen und sogar Hagelschauern. Der Kenianer Jacob Kendagor wurde Dritter in 2:08:50.

Tsegaye Mekonnen on his way to the victory in Hamburg 2017. Copyright: HOCH ZWEI / Malte Christians +++

Tsegaye Mekonnen on his way to the victory in Hamburg 2017. Copyright: HOCH ZWEI / Malte Christians

Die Portugiesin Jessica Augusto lief lange Zeit an dritter Position mit einigem Abstand zur Spitze. Nach rund 30 km erreichte sie die beiden führenden Läuferinnen Ifa Megertu (Äthiopien) und Viloa Kibiwot (Kenia) und überholte sie. Während Augusto in 2:25:30 gewann, folgten Megertu mit 2:29:47 und die Debütantin Kibiwot in 2:30:33 mit deutlichem Abstand.

Marathon: Hamburg Marathon 2017, Jessica Augusto, *** Local Caption *** +++ www.hoch-zwei.net +++ copyright: HOCH ZWEI / Malte Christians +++

Jessica Augusto wins the Haspa Marathon Hamburg 2017, Copyright: HOCH ZWEI / Malte Christians

Rang acht belegte Mona Stockhecke (LT Haspa Marathon Hamburg), die mit 2:36:36 ihr Zeitziel von 2:29 Stunden klar verpasste. Sie wird im Herbst sicher einen neuen Angriff auf die 2:30-Stunden-Barriere starten. Schnellster deutscher Läufer war Marcus Schöfisch (SC DHfK Leipzig) als Zwölfter mit 2:17:56.

Hamburgs Wetter ist immer für Überraschungen gut – dieses Mal waren es Hagelschauer! Trotzdem liefen die Männer ein konstant schnelles Tempo. Die 5-km-Marke passierte die Spitzengruppe nach 15:02 Minuten, 10 km waren nach 30:05 erreicht. Stephen Kiprotich lief am Ende dieser Gruppe, wissend das dieses Tempo ausreichen würde, um seinen eigenen Landesrekord von 2:06:33 Stunden brechen zu können. Die große Spitzengruppe erreichte nach 63:21 Minuten die Halbmarthonmarke.

Relativ frühzeitig sorgte dann Tsegaye Mekonnen für eine Tempoverschärfung. Nach 25 km lag er bereits elf Sekunden vor Gilbert Masai (Kenia) und 16 vor Kiprotich. Die Zwischenzeiten blieben zunächst auf Kurs für eine Zeit um 2:06:30. Mekonnen war auch gemessen an seiner Bestzeit der Schnellste im Feld: 2014 hatte er sensationell den Dubai-Marathon in 2:04:32 gewonnen.

Die Taktik des erst 21-jährigen Tsegaye Mekonnen schien aufzugehen. Bei 35 km lag er 19 Sekunden vor Kiprotich, Dritter war inzwischen der Kenianer Robert Chemosin, der einen Rückstand von 34 Sekunden aufwies. Aber Kiprotich ist ein Meisterschaftsläufer, das zeigte sich in dieser Phase. Der Olympiasieger, der 2013 auch Weltmeister war, holte langsam aber sicher auf. Bei 40 km (2:00:46) hatte er aufgeschlossen zu Mekonnen. Doch als es um die letzte Kurve ging, war es der Äthiopier, der noch einmal beschleunigen konnte und schließlich mit fünf Sekunden Vorsprung gewann.

Drei Jahre nachdem er in Dubai zum schnellsten Teenager aller Zeiten über die Marathondistanz geworden war, feierte Mekonnen wieder einen Sieg über die 42,195 km. „Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich wieder gewinnen würde. Mein Problem waren die Verletzungen in den letzten Jahren“, sagte Tsegaye Mekonnen.

Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:24:25 war Jessica Augusto die schnellste Läuferin im Feld – und zudem eine mit großer Erfahrung. Dagegen ging die Kenianerin Viola Kibiwot als Debütantin an den Start. Sie war eine erfolgreiche Bahn-Langstrecklerin und hatte sich Rat vom Marathon-Olympiasieger Eliud Kipchoge geholt.

Es schien als würde es eine Überraschung geben in Hamburg: Kibiwot und die Äthiopierin Ifa Megertu lagen recht deutlich in Führung. Beim Halbmarathon hatten sie mit einer schnellen Zeit von 1:11:18 Stunden 37 Sekunden Vorsprung auf Augusto. Aber Sekunde um Sekunde holte Augusto in der Folge auf. Bei 30 km kam der Wendepunkt. Die Portugiesin hatte aufgeschlossen und wirkte deutlich stärker. Mit einem gleichmäßigen Tempo lief sie zum Erfolg in Hamburg. „Ich bin konstant gelaufen. Es war eher so, dass die beiden führenden Läuferinnen langsamer wurden und ich nicht schneller“, erklärte Augusto.

Während der avisierte portugiesische Rekord für Jessica Augusto außer Reichweite war, baute sie aber ihren Vorsprung aus. Und sie zeigte enorme Konstanz im Marathon: Zum sechsten Mal blieb Augusto unter 2:26 Stunden. „Als ich das Wetter heute sah, war klar, dass dies kein Tag für einen Rekord sein würde. Es war hart bei diesem Wetter und ich bin froh, dass ich gewonnen habe“, sagte Augusto. Ifa Megertu folgte als Zweite mit 2:29:47 Stunden während Viola Kibiwot in 2:30:33 ein ordentliches Debüt lief.

Obwohl sie im Marathon schon einige Erfahrung gesammelt haben, erlebten die Sieger Tsegaye Mekonnen und Jessica Augusto in Hamburg ein Novum: Sie sind noch nie einen Marathon gelaufen, bei dem es Hagel und Sonnenschein gab.

 

Ergebnisse, Männer:

  1. Tsegaye Mekonnen (ETH) – 2:07:26
  2. Stephen Kiprotich (UGA) – 2:07:31
  3. Jacob Kandagor (KEN) – 2:08:50
  4. Robert Chemosin (KEN) – 2:09:51
  5. Japhet Kosgei (KEN) – 2:11:12
  6. Tsegaye Kebede (ETH) – 2:12:31

 

Frauen:

  1. Jessica Augusto (PORT) – 2:25:30
  2. Ifa Megertu (ETH) – 2:29:47
  3. Viola Kibiwot (KEN) – 2:30:33
  4. Marisa Casananueva (ESP) – 2:32:22
  5. Magdalena Shauri (TAN0 – 2:33:28
  6. Adriana da Silva (BRA) – 2:35:44