Läuft im Winter: Wie und warum Laufen auch bei Kälte und Dunkelheit großen Spaß macht.

Minusgrade, Eiswind, Dunkelheit? Für Martina kein Grund, nicht zu laufen. Auch, wenn es manchmal ein kleines bisschen Überwindung kostet, macht es im Winter (fast) genauso viel Spaß wie im Sommer. Hier erfahrt ihr ihre ganz persönlichen Tipps und Motivationsgründe.

Morgens vor der Arbeit? Unbedingt! Selbst wenn es dunkel und teils richtig kalt ist, geht für mich nichts über einen Morningrun. Dabei gilt: Sehen und gesehen werden. Deshalb trage ich immer eine Stirnlampe, Laufkleidung mit Reflektoren und am besten noch eine bunte Mütze. Meine Laufstrecke ist an der Elbe. Allerdings nicht im Dunkeln. In den frühen Morgenstunden bevorzuge ich den Gehweg an einer belebten Straße.

Laufen macht mir immer und überall Spaß. Die warme Wohnung um 6 Uhr morgen zu verlassen, um in der Kälte und Dunkelheit loszurennen, kostet aber schon mal ein bisschen Überwindung. Was mich – neben meiner Laufliebe – antreibt: Nach dem Run gibt’s einen Stopp in der Bäckerei, denn ein Run ohne anschließendes Frühstück mit frischen Brötchen ist kein Run :-)

Sinkt das Thermometer unter Null, ist das für mich – obwohl ich eine echte Frostbeule bin – kein Problem. Wichtig nur: Der Körper muss sich langsam daran gewöhnen. Ist es besonders kalt, achte ich darauf, in einer sehr moderaten Pace zu laufen, um möglichst durch die Nase atmen zu können. Ich sehe oft Läufer, die sich ein Tuch über den Mund ziehen. Gute Idee, mich würde es aber stören.

Raus auf die Straße und sofort Vollgas wäre natürlich Quatsch. Bei Minusgraden walke ich meist die ersten Meter, um Nase und Lunge zu „akklimatisieren“. Ansonsten habt ihr von Mocki ja bereits jede Menge Tipps zum richtigen Aufwärmen bekommen. Baue ich nach dem Lauf ein paar Übungen ein, geht’s dafür nach drinnen – ebenso fürs Dehnen.

Okay, in Hamburg liegt nicht allzu oft Schnee. Wenn doch – und es dazu noch sehr glatt ist –, verzichte ich entweder auf den Lauf oder mache einen Run-Walk: Run, wo die Straßen frei sind. Walk, wo es unübersichtlich ist. Ein Run-Walk eignet sich übrigens auch, wenn man nach einer Auszeit wieder behutsam einsteigen will. Eine weitere gute Alternative: ein Run oder Walk mit diversen Stopps an Parkbänken, Treppen, Baumstumpfen. Hier absolviere ich Übungen wie Dips, Kniebeugen, Standwaage oder baue ein paar Treppensprints ein.

Spezielle Winterlaufschuhe habe ich nicht, wobei ich ein wasserfestes Obermaterial sehr sinnvoll finde. Nicht zuletzt, weil es warm hält. Bei sehr winterlicher Witterung wähle ich dann auf jeden Fall die Schuhe mit dem griffigsten Profil. Warmhalten ist genauso das Stichwort bei den Socken: Ich trage im Winter sehr oft Kniestrümpfe – nicht nur wegen der Kompression.

Friere ich während des Laufens, verdirbt mir das schnell die Laune. Deshalb sorge ich vor und trage lieber eine Schicht mehr als zu wenig – auch, wenn das die meisten Läufer anders handhaben ;-). Dennoch gilt ebenfalls bei mir: In den ersten Minuten lieber etwas frösteln, da die Körpertemperatur schon nach kurzer Zeit steigt. Bei der (warmen) Kleidung sind mir atmungsaktive Materialien wichtig – im Winter darf es gern mal ein Shirt aus Merinowolle sein. Baumwolle ist ein absolutes No Go. Bei extremer Kälte ziehe ich über die Tights einen Laufrock oder eine Shorts.

Während der Wintermonate verzichte ich nicht auf lange Läufe. Bin ich länger als zwei Stunden unterwegs, nehme ich etwas zu trinken mit. (Eis-)Kaltes Wasser finde ich dabei ziemlich unangenehm. Deshalb fülle ich heißen Tee ab, der nach einer Stunde zumindest noch lauwarm ist.

Alles in allem ist für Laufen zu jeder Jahreszeit meine ganz große Leidenschaft und ein absoluter Ganzjahressport. Witterungstechnisch verzichte ich nur bei extremer Glätte und Gewitter darauf. Aber da ich in Hamburg wohne, scheint sowieso meistens die Sonne ;-)